Théâtre Nanterre-Amandiers
THEATER

Théâtre Nanterre-Amandiers

Das Théâtre Nanterre-Amandiers in der westlichen Pariser Vorstadt Nanterre ist eines der prägenden Centres dramatiques nationaux Frankreichs und seit Jahrzehnten ein Kraftfeld des postdramatischen Theaters. Das Haus, architektonisch als brutalistische Anlage in den 1970ern konzipiert, erlangte internationale Bedeutung unter der Leitung Patrice Chéreaus (1982-1990), dessen Inszenierungen französische Theatergeschichte geschrieben haben — sein Peer Gynt (1981) und seine Genet- und Koltès-Produktionen definierten eine Generation. Unter nachfolgenden Leitungen von Jean-Pierre Vincent, Philippe Quesne und zuletzt Christophe Rauck hat sich Nanterre-Amandiers als Labor für zeitgenössische Dramaturgie und visuelles Theater behauptet. Das Haus verfügt über drei Säle (Salle transformable, Salle Jean-Pierre Miquel, Petit Théâtre) und ein Ateliers-Programm für den Nachwuchs. Die Lage in der Vorstadt, weit entfernt vom touristischen Pariser Zentrum, hat dem Haus eine unverwechselbare Aura als ernsthafte Kunst-Institution bewahrt.

Schon gewusst?

Patrice Chéreaus Peer Gynt von 1981 dauerte acht Stunden, einschließlich einer Pause für ein gemeinsames Abendessen im Theaterfoyer — die Zuschauer verbrachten den gesamten Tag auf der Bühne.