Das Théâtre de l'Athénée Louis-Jouvet im 9. Arrondissement, eingebettet in einer kleinen Platzanlage hinter der Opéra Garnier, ist eines der charmantesten Pariser Häuser und als Nationales Theater von Frankreich eingestuft. 1893 eröffnet, erlangte das Haus seine prägende Identität unter der Leitung des Schauspieler-Regisseurs Louis Jouvet von 1934 bis zu dessen Tod 1951. Jouvet inszenierte hier die französischen Uraufführungen von Jean Giraudoux — La guerre de Troie n'aura pas lieu (1935), Ondine (1939), La Folle de Chaillot (1945) — und etablierte den Athénée als Zentrum eines gepflegten Autorentheaters von literarischem Anspruch. Das Haus mit seinen 570 Plätzen ist für seine akustische Wärme und sein architektonisch reiches Interieur geschätzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg bewahrte das Haus seine Tradition unter verschiedenen Leitungen und erhielt 1990 offiziell den Zusatz Louis-Jouvet im Namen. Die heutige Programmierung unter der langjährigen Leitung von Patrice Martinet verbindet klassisches französisches Repertoire mit zeitgenössischen Autoren.
Louis Jouvet leitete das Haus 17 Jahre lang bis zu seinem Tod 1951 — er starb abends nach einer Probe auf der Bühne, in seinem Garderobenzimmer oben im selben Gebäude.
