Die Philharmonie de Paris, eröffnet 2015 am nordöstlichen Stadtrand im Parc de la Villette, ist das neueste und größte Konzerthaus Frankreichs. Das Gebäude wurde von Jean Nouvel entworfen — ein organisch geformter silberner Komplex, dessen Fassade aus 340.000 Aluminium-Vogel-Motiven besteht und sich in die Landschaft des Parks einfügt. Das Haus beherbergt zwei Säle: die Grande Salle Pierre Boulez mit 2.400 Sitzen und umlaufender Akustik-Wolke des Akustikers Yasuhisa Toyota, sowie die Salle des Concerts mit 900 Plätzen im älteren Cité de la Musique-Gebäude nebenan. Die Philharmonie ist Heimat des Orchestre de Paris und empfängt regelmäßig die weltweit führenden Orchester und Ensembles. Neben klassischen Konzerten produziert das Haus Jazz, Weltmusik, Pädagogik-Programme und besitzt eines der größten Musikmuseen Europas. Die Eröffnung 2015 war von Kontroversen um Kostenüberschreitungen und verzögerte Fertigstellung begleitet, doch die Akustik der Grande Salle hat Kritiker wie Pierre Boulez selbst zum Staunen gebracht.
Pierre Boulez, der Namensgeber des großen Saals, weigerte sich zunächst, zur Eröffnung zu erscheinen — aus Protest gegen Verzögerungen und gestrichene Programme. Erst nach wiederholter Bitte kam er und lobte die Akustik als herausragend.

