Das Théâtre du Soleil, 1964 von Ariane Mnouchkine als kollektiv organisierte Theatergenossenschaft gegründet, ist eine der einflussreichsten europäischen Theaterformationen der letzten 60 Jahre. Seit 1970 arbeitet die Truppe in der Cartoucherie — einer ehemaligen Munitionsfabrik im Bois de Vincennes am östlichen Pariser Stadtrand, die Mnouchkine und ihr Kollektiv selbst in einen Theaterraum verwandelten. Die Produktionen sind berühmt für ihre epische Länge, ihre internationale Besetzung und die Verbindung westlicher mit fernöstlichen Theater-Traditionen, besonders dem japanischen Kabuki und dem indischen Kathakali. Prägende Werke sind 1789 (1970), Les Atrides (1990-92), Tambours sur la digue (1999) und Les Éphémères (2006). Das Ensemble arbeitet nach strikt egalitären Prinzipien — alle Mitglieder erhalten das gleiche Gehalt, alle nehmen an Reinigung, Küche und Bühnenaufbau teil. Mnouchkine, inzwischen in ihren 80ern, leitet das Kollektiv weiterhin persönlich und probt mehrere Jahre für jede neue Produktion.
Alle Ensemble-Mitglieder — von Ariane Mnouchkine selbst bis zu Praktikanten — erhalten exakt dasselbe Gehalt, und alle helfen nach jeder Vorstellung beim Saubermachen des Saals und beim Servieren des gemeinsamen Abendessens für das Publikum.
