Biografie
Heinrich von Kleist (1777-1811), geboren in Frankfurt an der Oder in eine preußische Offiziersfamilie, ist eine der eigentümlichsten Stimmen der deutschen Literatur — ein Schriftsteller, dessen Dramen und Erzählungen volle Anerkennung erst nach seinem Tod fanden. Seine Versdramen Amphitryon (1807) und Der zerbrochne Krug (1808), das Fragment Die Familie Schroffenstein und die späten Meisterwerke Penthesilea, Das Käthchen von Heilbronn sowie der posthum aufgeführte Prinz Friedrich von Homburg (1821) verbinden klassische Struktur mit proto-moderner psychologischer Extremität. Seine Novellen Michael Kohlhaas und Die Marquise von O... nahmen den psychologischen Realismus um ein Jahrhundert vorweg. Kleist gründete die Berliner Abendblätter, verfasste Essays zur Ästhetik und das politische Pamphlet Die Hermannsschlacht. Mit vierunddreißig Jahren beging er einen Doppelselbstmord mit seiner todkranken Freundin Henriette Vogel am Kleinen Wannsee — ein Pakt, der die deutsche Literaturgeschichte bis heute fasziniert.
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