Über das Werk
Das Käthchen von Heilbronn oder Die Feuerprobe ist ein „großes historisches Ritterschauspiel" von Heinrich von Kleist, 1810 in Wien uraufgeführt. Das Werk verbindet mittelalterliche Ritterromantik mit traumhaft-somnambulen Elementen und gehört zu Kleists populärsten Bühnenstücken.
Handlung
Das Waffenschmiedstöchterchen Käthchen folgt dem Grafen Wetter vom Strahl mit rätselhafter, bedingungsloser Hingabe — sie verlässt ihr Elternhaus und zieht ihm wie hörig nach, ohne dass eine irdische Erklärung dafür ausreicht. Der Graf, zunächst irritiert und abweisend, ist eigentlich der intriganten Kunigunde von Thurneck versprochen, die mit falschen Reizen und Zauberkünsten ihre Hässlichkeit verbirgt. Im Verlauf enthüllt sich, dass Käthchen und der Graf in derselben Silvesternacht ein gemeinsames Traumgesicht hatten, das ihre Verbindung vorherbestimmte. Ein Engel und ein Cherubim treten auf; schließlich offenbart sich, dass Käthchen die uneheliche Tochter des Kaisers ist — und damit dem Grafen ebenbürtig. Kunigundes Betrug fliegt auf, und Käthchen und der Graf finden zur Hochzeit zusammen.
Kulturelle Bedeutung
Das Käthchen von Heilbronn verbindet romantische Traumpoesie mit theatralischer Wucht und ist eines der meistgespielten Stücke Kleists. Die Figur des Käthchens — die reine, instinktgeleitete Liebe als Gegenpol zur berechnenden Kunigunde — wurde zum Inbegriff der romantischen Frauengestalt. Das Stück inspirierte zahlreiche Bearbeitungen und gilt als Schlüsselwerk der deutschen Romantik auf der Bühne.
