Das Theater an der Ruhr in Mülheim, 1981 von Regisseur Roberto Ciulli, Dramaturg Helmut Schäfer und Bühnenbildner Gralf-Edzard Habben gegründet, ist eines der renommiertesten freien Theater Deutschlands. Es residiert in einem ehemaligen Solbad im idyllischen Raffelbergpark und wurde für seinen poetischen, traumartig-bildstarken Regiestil weltbekannt. Anders als Stadttheater verzichtet das Haus auf festen Repertoirebetrieb und pflegt stattdessen ein langlebiges Ensemble, das seine Inszenierungen über Jahre weiterspielt. Berühmt ist das Theater vor allem für seine grenzüberschreitende Arbeit: Es unterhielt früh intensive Beziehungen zu Künstlern in Krisenregionen und gastierte in Ländern, in die kaum ein anderes deutsches Ensemble reiste — Theater als Mittel der Völkerverständigung.
In den 1990er-Jahren reiste das Ensemble zu Gastspielen ins kriegszerrüttete frühere Jugoslawien und nach Iran — dorthin, wo Kulturaustausch fast unmöglich schien.
