Das Bayreuther Festspielhaus ist eines der berühmtesten Opernhäuser der Welt und das einzige Theater, das speziell für das Werk eines einzigen Komponisten errichtet wurde. Richard Wagner ließ das Haus zwischen 1872 und 1876 nach seinen eigenen revolutionären Vorstellungen erbauen — mit dem versenkten, unsichtbaren Orchestergraben (mystischer Abgrund), der amphitheatralischen Sitzanordnung ohne Logen und Mittelgang sowie der berühmten Bayreuth-Akustik, die Stimmen und Orchester unvergleichlich verschmilzt. Die Bayreuther Festspiele finden seit der Eröffnung 1876 mit Der Ring des Nibelungen jeden Sommer statt und sind das prestigeträchtigste Opernfestival der Welt. Wartezeiten auf Karten betrugen historisch bis zu zehn Jahre. Das Haus wird ausschließlich im Sommer bespielt und steht den Rest des Jahres leer. Künstlerische Leitung liegt traditionell in den Händen der Wagner-Familie; aktuell führt Katharina Wagner, Richards Urenkelin, das Festival.
Wagner finanzierte den Bau hauptsächlich durch eine königliche Spende seines Mäzens Ludwig II. von Bayern und durch Wagner-Vereine in ganz Europa, die für die Idee eines reinen Wagner-Theaters Geld sammelten.
