Lage und Umriss des Theaters Die Hamburger Kammerspiele sind ein traditionsreiches, früher städtisches, jetzt privates Theater in Hamburg-Rotherbaum im Bezirk Hamburg-Eimsbüttel. Die von Erich Ziegel 1918 gegründeten Hamburger Kammerspiele wurden am 30. August 1918 in Hamburg am Besenbinderhof feierlich eröffnet. Die erste Woche stand ganz im Zeichen des am 9. März 1918 verstorbenen Schriftstellers und Dramaturgen Frank Wedekind. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges entwickelte sich die Spielstätte in den 1920er Jahren zu einem Mittelpunkt des modernen, expressionistischen Theaters. Werke von Arthur Schnitzler, Frank Wedekind, Bertolt Brecht und Hans Henny Jahnn wurden hier aufgeführt. Das klassizistische Gebäude an der Hartungstraße im Hamburger Viertel Rotherbaum wurde 1863 von dem Kaufmann Otto Eduard Ferdinand Pfennig gebaut und beherbergte unter anderem ab 1904 die jüdische B’nai-B’rith-Loge, die bis 1937, auch neben dem Theaterbetrieb, in dem Logensaal ihre Sitzungen abhielt. Obwohl die Kammerspiele während der Weimarer Republik nur geringe Gagen zahlen konnten, standen die besten Ensembles und Künstler im Programm. Dazu gehörten unter anderem Elisabeth Bergner, Ernst Deutsch, Käthe Dorsch, Heinrich George, Lucie Höflich, Asta Nielsen, Paul Wegener und auch Rosa Valetti mit ihrem Kabarett Die Rampen. Auch das Moskauer Künstlertheater gastierte hier. Fünf Jahre war Gustaf Gründgens Mitglied des Ensembles. 1930 musste das Gebäude wegen der schlechten weltwirtschaftlichen Lage an die Anthroposophische Gesellschaft verkauft werden, die der Loge und dem Theater jedoch weiterhin die Nutzung des Hauses erlaubte.
Die Hamburger Kammerspiele in der Hartungstraße wurden 1945 von Ida Ehre gegründet — als jüdische Schauspielerin, die den Holocaust überlebt hatte, prägte sie das Haus drei Jahrzehnte lang.
