Über das Werk
Laura Kaminskys Kammeroper „As One" wurde 2014 in New York uraufgeführt, auf ein Libretto von Mark Campbell und Kimberly Reed. Sie erzählt die Geschichte einer transgeschlechtlichen Hauptfigur, Hannah, deren Selbstfindung von zwei Stimmen zugleich verkörpert wird. Begleitet wird der Gesang allein von einem Streichquartett.
Handlung
Die einzige Figur der Oper, Hannah, wird von zwei Singenden zugleich dargestellt: „Hannah before" (Bariton) und „Hannah after" (Mezzosopran) — beide ein und derselbe Mensch in verschiedenen Phasen ihres Lebens. In fünfzehn Liedern durchläuft Hannah die Stationen ihrer Selbstwerdung: die Kindheit, in der sie sich im falschen Körper fühlt und ihre Andersheit verbirgt; das Erwachen, die Scham und die heimlichen Schritte; das Erkennen und Annehmen der eigenen Identität als Frau; die Erfahrung von Verletzlichkeit und Gefahr; und schließlich die Ankunft bei sich selbst, ein Gefühl von Ganzheit und Frieden. Die beiden Stimmen ergänzen, befragen und umarmen einander — bis sie am Ende, „als eine", zusammenfinden.
Kulturelle Bedeutung
„As One" ist eine der meistgespielten zeitgenössischen Kammeropern der USA und ein wegweisendes Werk in der musiktheatralen Darstellung transgeschlechtlicher Lebenswege. Die schlanke Besetzung — zwei Stimmen und Streichquartett — und der einfühlsame, lyrische Ton machten das Werk an zahlreichen Häusern produzierbar und zu einem wichtigen Beitrag zu Vielfalt auf der Opernbühne.
