Über das Werk
Historische Tragödie in fünf Akten von Alexei Konstantinowitsch Tolstoi, 1868 als mittlerer Teil seiner Zarentrilogie veröffentlicht, aber wegen jahrzehntelanger Zensur erst 1898 uraufgeführt – 23 Jahre nach dem Tod des Autors. Die eigentliche Erstaufführung fand am 12. Oktober 1898 in Sankt Petersburg statt; zwei Tage später eröffnete das neu gegründete Moskauer Künstlertheater unter Konstantin Stanislawski mit demselben Stück seine erste Spielzeit.
Handlung
Der schwache, tief religiöse Zar Fedor, Sohn Iwans des Schrecklichen, ist dem Machtkampf rivalisierender Bojarenfamilien und seines eigenen, zielstrebigen Schwagers Boris Godunow nicht gewachsen. Zwischen Intrigen, erzwungenen Verbannungen und einem Mordkomplott gegen einen Rivalen versucht Fedor vergeblich, Gerechtigkeit und Frieden am Hof zu bewahren. Am Ende bleibt er ein hilfloser Herrscher, während Godunow seine Macht weiter festigt.
Kulturelle Bedeutung
Die Uraufführung als Eröffnungsproduktion des Moskauer Künstlertheaters am 14. Oktober 1898 gilt als Gründungsmoment der modernen russischen Regie- und Ensemblekunst unter Stanislawski und machte das jahrzehntelang verbotene Stück zum Ausgangspunkt einer neuen Theaterästhetik.
