Wunde Stadt
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Wunde Stadt

Kevin Rittberger
Theater · 2026
Zeitgenossen

Über das Werk

„Wunde Stadt“ ist ein Theatertext des Dramatikers und Regisseurs Kevin Rittberger, entstanden als Auftragswerk des Theaters Magdeburg. Ein Jahr lang traf Rittberger in Magdeburg Betroffene des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt, Seelsorgende, Fachleute und Politiker, begleitete manche von ihnen über Monate und verdichtete das Gehörte zu einer vielstimmigen Collage mit fiktionalisierten Figuren. Sebastian Nübling inszenierte die Uraufführung am 23. Mai 2026 im Schauspielhaus des Theaters Magdeburg.

Handlung

Ausgangspunkt ist der Anschlag vom 20. Dezember 2024, bei dem ein Mann mit einem Auto über den Magdeburger Weihnachtsmarkt raste, sechs Menschen tötete und mehr als 300 verletzte. Die Tat selbst wird nicht nachgestellt; das Stück handelt von der Zeit danach. Zu Wort kommen unter anderem Mitglieder eines Trauerkreises, eine Malerin in ihrem Atelier, eine aus dem Irak stammende Krankenschwester, die angesichts fremdenfeindlicher Stimmungsmache ans Weggehen denkt, und eine Seelsorgerin. Sie suchen einen Weg zurück in ihr früheres Leben, ringen mit Trauer und Wut und fragen, wo berechtigter Zorn in Hass umschlägt; zugleich erinnert der Text an ältere Wunden der Stadt wie ihre Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg und im Zweiten Weltkrieg.

Kulturelle Bedeutung

Die Uraufführung fand überregionale Beachtung, etwa bei nachtkritik.de, in der taz und im Tagesspiegel; die Kritik beschrieb den Abend als Versuch, nach dem gemeinsamen Schock wieder miteinander ins Gespräch zu kommen, und lobte, dass er den Betroffenen Raum gibt, während die historischen Exkurse teils als verzichtbar galten. Schon vor der Premiere hatten rechte Gruppen gegen das Projekt demonstriert.

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Kommende Aufführungen
Theater Magdeburg · Magdeburg
10. Oktober 2026 · 3×
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