Über das Werk
„Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste“ ist die Bühnenfassung des gleichnamigen satirischen Romans von Jakob Hein, der im Februar 2025 bei Galiani Berlin erschien. Hein verbindet darin eine erfundene Schelmengeschichte mit einem realen Kapitel deutsch-deutscher Geschichte: dem Milliardenkredit, mit dem der bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß der zahlungsunfähigen DDR half. Uraufgeführt wird die Bühnenfassung am 25. September 2026 in den Kammerspielen des Deutschen Theaters Berlin, Regie führt Wilke Weermann.
Handlung
Grischa, ein junger, schüchterner Assistent der Staatlichen Plankommission in Ost-Berlin, sitzt in den 1980er-Jahren in einer Arbeitsgruppe zu Afghanistan, die praktisch nichts zu tun hat. Um dem klammen Staat Devisen zu verschaffen, verfällt er auf den Gedanken, Cannabis aus dem sozialistischen Bruderland zu beziehen; eine Planungsgruppe reist zur Begutachtung nach Kabul. Über einen deutsch-afghanischen Freundschaftsladen im Grenzgebiet findet die Ware Abnehmer aus dem Westen, und bald stauen sich Hunderte junge Leute am Übergang Invalidenstraße, die nach Ost-Berlin wollen. Als die Bonner Regierung davon erfährt, spitzt sich die Lage zu, bis die DDR der Bundesrepublik einen Handel vorschlägt, dem diese sich kaum entziehen kann.
Kulturelle Bedeutung
Für den Roman erhielt Jakob Hein 2025 den mit 10.000 Euro dotierten Grimmelshausen-Preis; die Jury hob den satirischen Blick auf beide deutsche Staaten hervor. Auch die Literaturkritik, unter anderem im Deutschlandfunk und in der Zeit, lobte Witz und Leichtigkeit des Buchs.