Über das Werk
Wallenberg ist eine Oper von Erkki-Sven Tüür nach einem Libretto von Lutz Hübner. Die Oper Dortmund gab das Werk in Auftrag und brachte es am 5. Mai 2001 unter der musikalischen Leitung von Alexander Rumpf und in der Regie von Philipp Kochheim zur Uraufführung.
Handlung
Die Oper erzählt vom schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg, der 1944 als Gesandter nach Budapest kam und dort mit Schutzpässen und sicheren Häusern tausenden ungarischen Juden die Deportation ersparte. Der erste, realistisch gehaltene Akt zeigt seinen Widerstand gegen die NS-Vernichtungsmaschinerie, der zweite, traumhaft-surreale Akt hinterfragt die spätere Mythisierung seiner Person.
Kulturelle Bedeutung
Wallenbergs eigenes Schicksal blieb ungeklärt: Er verschwand 1945 in sowjetischem Gewahrsam und gilt seither als eine der rätselhaftesten Figuren der Zeitgeschichte. Tüürs Oper gehört zu den wenigen zeitgenössischen Bühnenwerken, die sich musikalisch mit diesem Stoff befassen, und wurde 2007 auch an der Estnischen Nationaloper in Tallinn nachgespielt.