Über das Werk
„Von Norden rollt ein Donner“ ist der zweite Roman des 1992 geborenen Schriftstellers Markus Thielemann; er erschien im Juli 2024 bei C.H. Beck, der ihn als Anti-Heimatroman ankündigte. Die erste Bühnenfassung brachte Jan Friedrich am 20. September 2025 am Theater Magdeburg in der Kammer 1 des Schauspielhauses zur Uraufführung.
Handlung
Der 19-jährige Jannes Kohlmeyer zieht Mitte der 2010er Jahre mit der Heidschnuckenherde seiner Familie durch die südliche Lüneburger Heide. Als der Wolf zurückkehrt und Tiere reißt, heizt sich die Stimmung im Dorf auf, und völkisches Denken findet neue Anhänger. Zugleich wird Jannes von rätselhaften Erscheinungen heimgesucht, die ihn zur verschwiegenen NS-Geschichte der Gegend und ihrer Lager führen. Der titelgebende Donner stammt nicht von einem Gewitter, sondern von Panzermunition auf einem nahen Rüstungs-Testgelände.
Kulturelle Bedeutung
Der Roman gelangte 2024 auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises, dessen Jury würdigte, wie er hinter der ländlichen Idylle Ideologie, Schweigen und Verdrängung freilegt. Der NDR wählte ihn zum Buch des Monats Juli 2024; FAZ, SZ und Die Zeit besprachen ihn überwiegend zustimmend.
