Über das Werk
Deutschsprachige Wiener Bearbeitung von Meyerbeers Singspiel „Ein Feldlager in Schlesien“ (Berlin 1844): Ludwig Rellstab und Charlotte Birch-Pfeiffer schrieben ein neues, von preußischen Bezügen befreites Libretto; die Musik stammt weitgehend aus dem Originalwerk. Die Uraufführung fand am 18. Februar 1847 am Theater an der Wien statt.
Handlung
Wie im Original verstecken der Flötenspieler Conrad und die Zigeunerin Vielka einen fliehenden Herrscher – aus König Friedrich II. wurde für Wien ein namenloser Herzog, aus dem Grafen Saldorf ein General. Anders als im Original endet der grundlegend neu gestaltete dritte Akt, der nun auf Schloss Aubitz spielt, tragisch: Vielka rettet den Herzog vor einem Attentat und stirbt selbst durch die für ihn bestimmte Kugel.
Kulturelle Bedeutung
Die Bearbeitung sollte das im preußisch-patriotischen Kontext befangene Original für ein internationales Publikum spielbar machen; Rellstab distanzierte sich wegen der Eingriffe Birch-Pfeiffers von der Autorschaft. In der Fachliteratur wird „Vielka“ als eigenständiges Werk mit eigener Aufführungsgeschichte geführt, obwohl der Großteil der Musik mit „Ein Feldlager in Schlesien“ identisch ist.
