Über das Werk
„Und Federn überall“ ist die Theateradaption des gleichnamigen Romans von Nava Ebrahimi, der im August 2025 im Luchterhand Literaturverlag erschien. Die erste Bühnenfassung schrieb der Regisseur Heiko Dietz, der sie im März 2026 am Münchner theater ... und so fort auch zur Uraufführung brachte. Der Roman verbindet Themen wie Migration und Flucht, wirtschaftlichen Druck, Automatisierung und das Leben in der Provinz.
Handlung
Schauplatz ist Lasseren, eine erfundene Kleinstadt im Emsland, deren Alltag ein riesiger Geflügelschlachthof bestimmt; erzählt wird von einem einzigen Montag. Im Zentrum stehen sechs Menschen: Sonia, alleinerziehend und auf der Suche nach einer besseren Arbeit, die junge Ingenieurin Anna, die im Betrieb ein Automatisierungsverfahren erprobt, ein von seiner Frau verlassener Manager aus der Prozessoptimierung, der blinde afghanische Dichter Nassim, der auf Asyl hofft, die zwanzig Jahre ältere Polin Justyna, mit der er eine Affäre eingeht, und die deutsch-iranische Schriftstellerin Roshi, die seine Gedichte ins Deutsche überträgt. Als ein Radfahrer Nassims Blindenstock beschädigt, wird er im Ort bekannt, und die Lebenslinien der sechs geraten aneinander.
Kulturelle Bedeutung
Der Roman stand 2025 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises, wurde mit dem Péter-Horváth-Literaturpreis ausgezeichnet und von der Kritik, etwa in Süddeutscher Zeitung, Frankfurter Rundschau und Deutschlandfunk, vor allem für die kunstvolle Verschränkung der Perspektiven gelobt. Auch die Münchner Uraufführung der Bühnenfassung erhielt in der Abendzeitung eine positive Besprechung.