Über das Werk
Tyll ist ein Roman von Daniel Kehlmann, erschienen 2017 im Rowohlt Verlag. Er erzählt in nicht chronologisch geordneten Kapiteln das Leben der Gauklerfigur Tyll Ulenspiegel vor dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges und verknüpft historische Figuren mit erfundenen. Mehrere deutschsprachige Theater, darunter das Düsseldorfer Schauspielhaus, haben eigene Bühnenfassungen des Stoffs entwickelt.
Handlung
Der junge Tyll, Sohn des Müllers Claus Ulenspiegel, entkommt der Hinrichtung seines wegen Hexerei angeklagten Vaters und zieht mit der Bäckerstochter Nele als wandernder Gaukler und Spaßmacher durch das vom Krieg verwüstete Reich. Unter dem Namen Till Ulenspiegel begegnet er historischen Figuren wie dem Gelehrten Athanasius Kircher und dem böhmischen „Winterkönig“ Friedrich von der Pfalz, überlebt Hunger, Seuchen und Schlachten und wird zur listigen, überlebensgroßen Legende seiner Zeit.
Kulturelle Bedeutung
Der Roman verkaufte sich bis zur Veröffentlichung der englischen Übersetzung fast 600.000 Mal, stand über Monate auf den Bestsellerlisten und kam 2020 in Ross Benjamins Übersetzung auf die Shortlist des International Booker Prize. Seit der ersten Bühnenfassung 2018 am Schauspiel Köln haben mehrere deutschsprachige Theater eigene Adaptionen erarbeitet; eine Serienadaption ist in Vorbereitung.
