Über das Werk
Turandot ist eine Oper in zwei Akten von Ferruccio Busoni nach Carlo Gozzis Theatermärchen, zu der er auch das deutsche Libretto schrieb. Sie ging aus einer Bühnenmusik hervor, die Busoni 1905 und 1911 zu Gozzis Stück komponiert hatte, und wurde 1916/17 zur Oper umgearbeitet; die Partitur war Anfang März 1917 fertig. Die Uraufführung fand am 11. Mai 1917 im Stadttheater Zürich unter der Leitung des Komponisten statt, im Doppelabend mit seiner Oper „Arlecchino“.
Handlung
Prinz Kalaf bewirbt sich um die chinesische Prinzessin Turandot und löst ihre drei Rätsel. Als sie ihm daraufhin mit dem Tod droht, bietet er ihr im Gegenzug ein eigenes Rätsel: Löst sie es, will er sterben. Die Sklavin Adelma verrät Turandot zwar die Lösung, doch diese gesteht Kalaf stattdessen ihre Liebe.
Kulturelle Bedeutung
Anders als Puccinis spätere „Turandot“ verzichtet Busoni weitgehend auf exotisches Kolorit und setzt auf geschlossene musikalische Formen, etwa ein Rondo im ersten Bild. Damit wollte er, wie er selbst schrieb, der Commedia dell’arte neues Leben einhauchen, indem „das Komische ernst, das Ernste komisch“ wird; heute wird das Werk nur noch selten gespielt.
