Über das Werk
„The truest True Crime“ ist ein neues Theaterstück der Berliner Dramatikerin Anne Jelena Schulte mit dem Untertitel „Eine Geschichte vom Überleben“. Die Uraufführung ist für den 11. Dezember 2026 an den Münchner Kammerspielen angekündigt; Regie führt Anna-Sophie Mahler, die bereits 2021 Schultes „La Bohème // Träume“ am Schauspiel Leipzig uraufgeführt hat.
Handlung
Den Stoff liefert Schultes eigene Geschichte: Eine junge Frau wird auf dem Heimweg von ihrem Fahrrad gezerrt und auf offener Straße vergewaltigt, der Täter entkommt, und die Ermittlungen versanden für rund zehn Jahre als Cold Case. Das Stück zeigt, wie die Betroffene sich gegen die Gleichgültigkeit der Behörden stellt, selbst zu ermitteln beginnt und schließlich dazu beiträgt, einen Serientäter zu überführen. Ihre Stimme wird auf der Bühne von einem Chor getragen und vervielfacht.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück kehrt die übliche Blickrichtung des True-Crime-Genres um, das meist Tat und Täter ins Zentrum rückt, und erzählt aus der Sicht der Überlebenden – mit Humor, Wut und Musik, ohne den Schmerz auszusparen. Damit verbindet Schulte, deren Theatertexte meist aus Recherche und Gesprächen entstehen, eine persönliche Erfahrung mit Fragen nach Gewalt, Justiz und öffentlicher Wahrnehmung.