Über das Werk
Dramma per musica in drei Akten von Antonio Caldara nach dem Libretto von Pietro Metastasio, uraufgeführt am 4. November 1736 am Wiener Hoftheater zum Namenstag Kaiser Karls VI. Caldaras Fassung war die erste Vertonung des Textes; die Partitur enthält zusätzlich drei Ballette von Nicola Matteis dem Jüngeren.
Handlung
Der aus Athen verbannte Feldherr Temistocle hat am Hof des persischen Königs Serse, seines einstigen Kriegsgegners, Zuflucht gefunden. Als Serse von ihm verlangt, gegen Griechenland in den Krieg zu ziehen, gerät Temistocle in einen Loyalitätskonflikt zwischen Dankbarkeit gegenüber seinem Gastgeber und der Treue zu seiner Heimat. Er entscheidet sich für Griechenland und versucht, sich das Leben zu nehmen – eine Geste, die Serse so bewegt, dass er stattdessen Frieden mit Griechenland schließt.
Kulturelle Bedeutung
Mit rund 25 bekannten Vertonungen erreichte der Text eine mittlere Beliebtheit unter Metastasios Libretti; eine spätere Fassung wurde 1772 in Mannheim unter der Leitung von Johann Christian Bach besonders erfolgreich aufgeführt. Die Autographpartitur von Caldaras Uraufführung liegt in der Österreichischen Nationalbibliothek Wien; die Sinfonia des Werks erschien 2017 in einer modernen Edition.