Über das Werk
Telemaco, ossia L'isola di Circe ist eine Oper in drei Akten von Alessandro Scarlatti nach einem Libretto von Carlo Sigismondo Capece. Sie wurde in der Karnevalssaison 1718 im Teatro Capranica in Rom uraufgeführt, mit dem Kastraten Domenico Gizzi in der Titelpartie, und zählt zu Scarlattis letzten Bühnenwerken.
Handlung
Das Libretto folgt, nach Homers Odyssee und François Fénelons Erziehungsroman „Les Aventures de Télémaque“, der Suche des jungen Telemaco nach seinem Vater Odysseus. Auf der Insel der Zauberin Circe gerät er in ein Geflecht aus Verführung, Intrigen und göttlichem Eingreifen, aus dem ihn erst die Göttin Minerva befreien kann.
Kulturelle Bedeutung
Die Partitur zeichnet sich durch dichte kontrapunktische Sätze und auffällige Bühnenmusik aus – etwa Hörner, Oboen und Fagott beim Auftritt Neptuns und ein eigenes Streichorchester mit Trompeten im Wagen der Minerva. Nach ihrer Wiederentdeckung in der Österreichischen Nationalbibliothek wurde die Oper 2005 bei den Schwetzinger Festspielen mit dem Balthasar-Neumann-Ensemble unter Thomas Hengelbrock neu herausgebracht.