Über das Werk
„Sunville“ ist ein afrofuturistisches Musiktheater, das die schwedische Komponistin und Sängerin Sofia Jernberg, der kongolesische Schriftsteller Fiston Mwanza Mujila und die Choreografin und Regisseurin Stephanie Thiersch gemeinsam entwickelt haben: Jernberg schrieb die Musik, Mujila das Libretto, Thiersch verantwortet Regie und Choreografie. Für Jernberg ist es das erste Werk für das Musiktheater. Die Uraufführung ist für den 25. September 2026 in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin angesetzt, als Koproduktion mit den Wiener Festwochen; Jernberg singt selbst, Mujila tritt als Erzähler auf. Einen Auszug hatte das Klangforum Wien bereits am 14. Juni 2026 bei den Wiener Festwochen im ORF RadioKulturhaus erstmals gespielt.
Handlung
Auf einer Insel kommen Menschen zusammen, die das Meer überlebt haben, Geflüchtete und Exilierte. Sie versuchen, eine Gesellschaft von Grund auf neu zu gründen, in der Herkunft und Macht keine Rangordnung mehr stiften. Das Stück fragt, ob eine auf Liebe gegründete Gemeinschaft möglich ist, und damit ganz grundsätzlich, wie wir leben wollen. Gesungen und gesprochen wird auf Deutsch, Englisch, Französisch und Swahili.
Kulturelle Bedeutung
Das Werk knüpft an den Afrofuturismus des Jazzmusikers Sun Ra und an Karlheinz Stockhausens kosmische Musikvorstellungen an; neben den Gesangsstimmen spielen Kontrabass, Saxofon, Klavier und Streichquartett. Das Libretto entstand im Rahmen von Mujilas Residenz als Poet in Residence der Deutschen Oper Berlin in der Spielzeit 2026/27.