Über das Werk
Société Anonyme ist ein Theaterabend von Stefan Kaegi (Rimini Protokoll), der vollständig in Dunkelheit gespielt wird. Konzept, Recherche und Regie stammen von Kaegi, Raum von Aljoscha Begrich, Musik und Klangkonzept von Arvild Baud. Die Uraufführung fand am 11. November 2023 im MalerSaal des Deutschen Schauspielhauses Hamburg statt, als Koproduktion mit Rimini Protokoll und dem Schauspiel Leipzig.
Handlung
Das Publikum sitzt im Finstern; über ein räumliches Tonsystem erzählen neun Menschen, die unerkannt bleiben wollen oder müssen, aus ihrem Leben. Zu hören sind unter anderem ein Mann ohne Papiere, der im Hafen arbeitet, eine Person mit Schizophrenie, ein Mensch mit Missbrauchserfahrung, ein Steuerberater und ein katholischer Priester. Gül Pridat begleitet den Abend live mit Musik und führt die Zuschauenden in den dunklen Raum.
Kulturelle Bedeutung
Der Abend fragt, welchen Schutz Anonymität bietet – vom Darknet über Whistleblowing bis zur Beichte – und was erst im Verborgenen erzählbar wird. Nach Hamburg war die Produktion unter anderem in Leipzig, Berlin, beim Festival Perspectives und bei den Internationalen Schillertagen in Mannheim zu erleben; die Kritik lobte einzelne Zeugnisse, fand das Konzept aber teils unscharf.