Über das Werk
„Schrei so laut du kannst“ ist ein Theaterstück von Juli Mahid Carly, das Carly auf Anfrage des Theaters Magdeburg schrieb und dort auch inszenierte. Die Uraufführung fand am 20. September 2025 in der Kammer 2 des Magdeburger Schauspielhauses statt. Den Anstoß gab die aus Magdeburg stammende Band Tokio Hotel, deren erweiterte Neuauflage des Debütalbums von 2006 denselben Titel trägt; die Bandgeschichte selbst wird aber nicht nacherzählt.
Handlung
Georgina, Zachi und die Zwillinge Timmi und Änn wachsen in einem Dorf mit rund 600 Einwohnern in Sachsen-Anhalt auf, schwärmen für Tokio Hotel und treten mit ihrer Schülerband „Sorry, nein!“ auf Dorffesten auf, bis ein Produktionsteam sie entdeckt. Mit dem schnellen Erfolg kommen Begeisterung und Hass, Streit in der Band, zwielichtige Manager, strenge Vorgaben und ein gewaltiger Medienrummel. Vor allem Sänger Timmi wird angefeindet, weil das eigene Auftreten nicht in die gängigen Geschlechterbilder passt, erst auf dem Schulhof, später bei Konzerten. Zugleich entwickelt sich eine Liebesgeschichte zwischen Timmi und Zachi, der in der Band Triangel spielt, aber eigentlich rappen will.
Kulturelle Bedeutung
Carly verbindet die Aufstiegsgeschichte mit Fragen nach Sichtbarkeit, Queerness und Anpassungsdruck und nannte Tokio Hotel eine der wenigen queeren Ikonen der eigenen Kindheit; das Stück soll auch ohne Wissen über die Band verständlich sein. Die Kritik beschrieb die Uraufführung als komischen, musikalischen Abend, der sich über Tokio Hotel nicht lustig macht und dennoch ernste Momente findet; angemerkt wurde, dass die viele Jugendsprache älteres Publikum mitunter ausschließt.