Schachnovelle
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Schachnovelle

Stefan Zweig
Theater · 1942
Klassiker

Über das Werk

Die „Schachnovelle“ ist das letzte und bekannteste Werk des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig, geschrieben 1941/42 im brasilianischen Exil. Kurz vor seinem Tod im Februar 1942 schickte Zweig das Typoskript an seinen Übersetzer Alfredo Cahn; die deutsche Erstausgabe erschien am 7. Dezember 1942 in Buenos Aires in nur 300 Exemplaren, in Europa folgte 1943 eine Ausgabe im Stockholmer Exilverlag Bermann-Fischer. Für die Bühne wurde der Stoff vielfach bearbeitet, etwa von Helmut Peschina (2014), und von Violeta Dinescu (1994) und Cristóbal Halffter (2013) als Oper vertont.

Handlung

Auf einem Passagierdampfer von New York nach Buenos Aires erfährt der Ich-Erzähler, ein österreichischer Emigrant, dass der Schachweltmeister Mirko Czentovic an Bord ist, ein verschlossener, kaum gebildeter Sohn eines südslawischen Donauschiffers mit einer außergewöhnlichen Begabung für das Spiel. Als eine Runde von Mitreisenden um den ehrgeizigen McConnor gegen ihn antritt, greift ein Fremder ein und rettet die Partie ins Remis: Dr. B., ein Vermögensverwalter von Adel und Kirche, den die Gestapo nach dem „Anschluss“ 1938 monatelang in Isolationshaft im Wiener Hotel Metropole festhielt. Dort bewahrte ihn ein entwendetes Buch mit Meisterpartien vor dem geistigen Zerfall, bis das Spiel gegen sich selbst ihn in eine „Schachvergiftung“ und den Zusammenbruch trieb. Gegen Czentovic gewinnt er die erste Partie; in der zweiten zermürbt ihn das absichtlich langsame Spiel des Weltmeisters, bis er auf einen Hinweis des Erzählers aufgibt und dem Schach abschwört.

Kulturelle Bedeutung

Die Novelle gehört zum Kanon der Weltliteratur, wird vielfach als Schullektüre gelesen und lag 2012 in 58 Übersetzungsverträgen vor; Marcel Reich-Ranicki nahm sie 2003 in seinen Kanon der deutschen Literatur auf. Die Forschung liest sie als Auseinandersetzung mit der NS-Barbarei und als frühe literarische Darstellung eines Traumas. Verfilmt wurde sie 1960 von Gerd Oswald mit Curd Jürgens und Mario Adorf und 2021 von Philipp Stölzl.

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