Über das Werk
„Sankt Falstaff“ ist ein Schauspiel des österreichischen Dramatikers Ewald Palmetshofer, eine freie Überschreibung von Shakespeares zweiteiligem Königsdrama „King Henry IV“. Palmetshofer schrieb das Stück als Auftragswerk für das Residenztheater München, wo es am 22. Januar 2025 in der Regie von Alexander Eisenach uraufgeführt wurde. Der Text ist in einer lässig rhythmisierten Verssprache gehalten, sieht zwei Frauen- und sechs Männerrollen vor und wird von S. Fischer Theater & Medien vertreten.
Handlung
Nach einem geglückten Putsch herrscht Heinrich Bolingbrock als eine Art König über ein Land, das von Krisen erschüttert wird; er wird alt, und ein tauglicher Nachfolger ist nicht in Sicht. Sein Sohn Harri verbringt die Nächte lieber in Frau Flotts Container-Kneipe, wo er mit seinem engen Freund John Falstaff trinkt und feiert. Als Harri aus dem Zentrum der Macht ein zwielichtiges Angebot erhält, gerät die ungleiche Freundschaft zwischen persönlicher Bindung und politischer Loyalität unter Druck. Das Stück verlegt Shakespeares Stoff in eine nahe, postdemokratische Zukunft und fragt, ob Liebe in solchen Zeiten überhaupt möglich ist.
Kulturelle Bedeutung
Die Kritik nahm die Uraufführung als sprachmächtige, politisch hochaktuelle Shakespeare-Aktualisierung über Macht, Alleinherrschaft und die Kluft zwischen oben und unten auf. Innerhalb kurzer Zeit folgten Inszenierungen unter anderem in Bonn, Oberhausen, Göttingen, am Thalia Theater Hamburg, am Wiener Burgtheater und in Osnabrück.