Über das Werk
Einaktige Oper des französischen Komponisten Antoine Mariotte nach Oscar Wildes Drama „Salomé“ (1891), komponiert bereits vor Richard Strauss' gleichnamiger, 1905 uraufgeführter Oper, aber erst am 30. Oktober 1908 am Grand-Théâtre de Lyon uraufgeführt. Da Strauss' Verleger Adolph Fürstner sich zuvor die Bühnenrechte an Wildes Text gesichert hatte, kam Mariottes Fassung nur gegen einen Tantiemenanteil für Strauss und Fürstner auf die Bühne.
Handlung
Wie bei Wilde begehrt die judäische Prinzessin Salome den gefangenen Propheten Jochanaan; als er sie zurückweist, fordert sie von ihrem Stiefvater Herodes dessen abgeschlagenen Kopf und küsst ihn schließlich auf den Mund, bevor sie selbst getötet wird.
Kulturelle Bedeutung
Der Rechtsstreit um die Vertonungsrechte machte Mariottes Oper zu einem vielbeachteten Präzedenzfall des internationalen Urheberrechts im Musiktheater. Musikalisch blieb sie im Schatten von Strauss' Werk, wird aber gelegentlich als eigenständige, impressionistisch gefärbte Alternative wiederentdeckt.
