Über das Werk
„Rummelplatz“ ist eine Oper des deutschen Komponisten Ludger Vollmer nach dem gleichnamigen Roman von Werner Bräunig; das Libretto stammt von Jenny Erpenbeck. Die Oper Chemnitz hat das Werk in Auftrag gegeben und am 20. September 2025 als Beitrag zur Europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 uraufgeführt, in der Regie von Frank Hilbrich und unter der musikalischen Leitung von Benjamin Reiners. Gesungen wird auf Deutsch; neben mehr als zwanzig Solopartien sind Opernchor sowie Kinder- und Jugendchor beteiligt.
Handlung
Die Oper spielt in den Jahren 1949 bis 1953 im Uranbergbau der Wismut im Erzgebirge. Junge Menschen wie der Bergmann Peter Loose, der gescheiterte Student Christian Kleinschmidt und Ruth Fischer suchen unter Tage und im Alltag der frühen DDR nach Halt, Sinn und ein wenig Vergnügen, eingezwängt zwischen Aufbruchshoffnung, Schinderei und staatlicher Kontrolle. Ein Unglück im Schacht, für das Schuldige gesucht werden, und die Ereignisse um den 17. Juni 1953 treiben die Konflikte auf die Spitze; ein Epilog blickt auf das Ende der Wismut. Erpenbecks Libretto konzentriert den rund 700 Seiten starken Roman auf wenige Hauptfiguren und Motivstränge.
Kulturelle Bedeutung
Bräunigs Romanfragment war 1965 auf dem 11. Plenum des ZK der SED scharf angegriffen worden und erschien erst 2007 postum im Aufbau-Verlag. Vollmer verbindet in der Partitur leitmotivische Arbeit mit Arbeiterliedern, Volksliedern und musikalischen Zitaten; die Kritik feierte die Uraufführung überwiegend als Höhepunkt des Kulturhauptstadtjahres. Die Produktion wurde im Februar 2026 mit einem OPER! AWARD ausgezeichnet, Frank Hilbrich erhielt dafür eine Nominierung für den Theaterpreis Der Faust (Regie Musiktheater).