Über das Werk
Philippe Boesmans komponierte die Oper „Reigen“ nach Arthur Schnitzlers gleichnamigem Drama; das Libretto schrieb Luc Bondy. Die Uraufführung fand am 4. März 1993 am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel statt, unter der musikalischen Leitung von Sylvain Cambreling.
Handlung
Die Oper übernimmt die zyklische Reigenform der Vorlage: Zehn Personen begegnen sich paarweise und geben sich, beginnend bei einer Dirne und einem Soldaten, durch das Wien um 1900 weiter, bis der Kreis sich beim Wiedertreffen von Graf und Dirne schließt. Die eigentlichen Liebesakte spart die Musik aus und lässt sie in dunklen Orchester-Zwischenspielen verklingen.
Kulturelle Bedeutung
„Reigen“ gilt als die erste belgische Oper des 20. Jahrhunderts, die auch international ins Repertoire benachbarter Länder aufgenommen wurde, unter anderem an der Staatsoper Stuttgart. 2004 orchestrierte Fabrizio Cassol das Werk für ein zwanzigköpfiges Kammerensemble neu.