Über das Werk
„Rappresentatione di Anima, et di Corpo“ ist eine geistliche Oper von Emilio de' Cavalieri nach einem Libretto von Agostino Manni, uraufgeführt im Februar 1600 im Oratorio dei Filippini an der Chiesa Nuova (Santa Maria in Vallicella) in Rom. Die Partitur erschien im September 1600 im Druck – drei Monate vor Giulio Caccinis „Euridice“ – und war die erste veröffentlichte Musik mit beziffertem Generalbass.
Handlung
In allegorischer Form streiten Seele (Anima) und Körper (Corpo) über die rechte Lebensführung angesichts der Vergänglichkeit; Figuren wie Zeit, Vergnügen, Verstand und die Welt selbst treten hinzu, bis sich die Seele am Ende für den geistlichen Weg entscheidet. Die Handlung folgt damit einer barocken Moralität nach dem Vorbild des „Jedermann“-Stoffes, durchgehend von Musik statt gesprochenem Text getragen.
Kulturelle Bedeutung
Weil das Werk mit dem sogenannten „recitar cantando“ – begleitetem, sprechnahem Sologesang – erstmals durchgehend musikalisch erzählte, plante Cavalieri von Beginn an eine bühnenmäßige Aufführung statt einer rein geistlichen Andacht. Das Werk gilt daher als früheste vollständig erhaltene Oper und markiert zugleich einen Gründungstext des Oratoriums.