Über das Werk
Prometeo. Tragedia dell'ascolto ist ein zwischen 1981 und 1984 entstandenes, 1985 revidiertes Werk von Luigi Nono nach einem von Massimo Cacciari aus Texten von Aischylos, Walter Benjamin, Rainer Maria Rilke und anderen zusammengestellten Libretto. Nono selbst bezeichnete es als „Tragödie des Hörens“, nicht als Oper im herkömmlichen Sinn. Die Uraufführung fand am 25. September 1984 in der Kirche San Lorenzo in Venedig statt, unter der Leitung von Claudio Abbado mit dem Chamber Orchestra of Europe.
Handlung
Statt einer durchgehenden Handlung reiht das Werk neun kantatenartige Abschnitte um den Mythos des Prometheus: Fünf Gesangssolistinnen, Chor, vier im Raum verteilte Instrumentalgruppen und live-elektronisch bearbeitete Klänge wandern zwischen mehreren Klanginseln, sodass der Kirchenraum selbst zum Bestandteil der rund 135-minütigen Komposition wird.
Kulturelle Bedeutung
Nono verstand Prometeo als Endpunkt seiner jahrzehntelangen Klangforschung und untersagte bei Aufführungen das Fotografieren, um das Werk vor bloßem künstlerischen Konsum zu schützen; die revidierte Fassung wurde am 25. September 1985 an der Mailänder Scala unter der Leitung von Peter Hirsch nachgespielt.