Über das Werk
Friedrich Wolf schrieb „Professor Mamlock“ 1933 im Exil, kurz nach der nationalsozialistischen Machtergreifung. Die Uraufführung fand am 19. Januar 1934 im jiddischen Theater Kaminski in Warschau statt, aufgeführt in jiddischer Sprache unter dem Titel „Der gele Fleck“; die deutschsprachige Erstaufführung folgte am 8. Dezember 1934 am Zürcher Schauspielhaus, aus Rücksicht auf die Schweizer Neutralität unter dem abgeänderten Titel „Professor Mannheim“.
Handlung
Der jüdische Chirurg Hans Mamlock glaubt zunächst an die Kraft der deutschen Demokratie und verbietet Politik in seiner Klinik. Als sich die nationalsozialistischen Repressalien zwischen Mai 1932 und April 1933 verschärfen, wird er entlassen und öffentlich diffamiert; ruiniert und gedemütigt nimmt er sich schließlich das Leben, während sein Kollege Dr. Ruoff die Gefahr endlich erkennt.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück wurde eines der meistgespielten Werke der deutschen Exilliteratur und eine der frühesten dramatischen Antworten auf den nationalsozialistischen Antisemitismus. Eine sowjetische Verfilmung von 1938 und eine vielbeachtete DDR-Verfilmung von 1961, einer der ersten deutschen Filme über die Judenverfolgung, verbreiteten den Stoff weiter und erhielten internationale Anerkennung.