Über das Werk
Haydn schrieb die einaktige Marionettenoper 1773 für das neue Marionettentheater von Schloss Eszterháza; das Libretto ist eine anonyme Bearbeitung eines Schauspiels von Gottlieb Konrad Pfeffel, gelegentlich dem Esterházy-Bibliothekar Philipp Georg Bader zugeschrieben. Die Uraufführung am 2. September 1773 gehörte zu den Feierlichkeiten für Kaiserin Maria Theresias Besuch in Eszterháza, bei dem am selben Abend auch Haydns Oper „L'infedeltà delusa“ erklang.
Handlung
Jupiter und Merkur steigen als arme Wanderer zur Erde herab, um die Menschen zu prüfen. Nur das alte, verarmte Ehepaar Philemon und Baucis nimmt sie gastfreundlich auf. Zum Dank erwecken die Götter den verstorbenen Sohn des Paares und dessen Braut wieder zum Leben und verwandeln die ärmliche Hütte in einen Tempel.
Kulturelle Bedeutung
Das Finale endete ursprünglich mit einer auf den Anlass zugeschnittenen Apotheose der Kaiserin und des Hauses Habsburg. 1776 arbeitete Haydn das Werk zu einer regulären Oper um; ein 1950 im Pariser Conservatoire aufgetauchtes Manuskript ergänzte Teile, die nach einem Brand von 1779 in Eszterháza lange verloren geglaubt waren.
