Über das Werk
Oper in zwei Akten von Jacques Ibert nach Jules Laforgues „Moralités légendaires“, Libretto von Michel Jean Veber („Nino“). Ibert komponierte das Werk 1921 während seines Rom-Aufenthalts als Preisträger des Prix de Rome; nach einem konzertanten Auszug 1924 am Pariser Conservatoire fand die szenische Uraufführung am 15. Mai 1929 an der Pariser Oper (Palais Garnier) unter Henri Büsser statt.
Handlung
Andromède ist als Opfer für ein Seeungeheuer an einen Felsen gekettet, doch das Ungeheuer Cathos hat sich in sie verliebt und will ihr nichts antun. Als der Held Persée erscheint und Cathos tötet, weist Andromède ihn wegen seiner Gefühllosigkeit gegenüber dem Ungeheuer zurück. Erst eine Verwandlung enthüllt, dass in Cathos ein verwunschener Prinz steckte, dessen Fluch sich durch Andromèdes Mitgefühl löst.
Kulturelle Bedeutung
Ibert begegnet dem antiken Mythos mit ironischer Distanz und kehrt die klassische Heldenerzählung ins Tragikomische, indem er dem vermeintlichen Ungeheuer die menschlicheren Züge gibt. Neben „Angélique“ zeigt das Werk die andere Seite von Iberts Bühnenschaffen der 1920er Jahre – die respektlose Verfremdung eines antiken Stoffs statt der zeitgenössischen Farce.