Über das Werk
Drame lyrique in drei Akten von Gabriel Fauré nach einem Libretto von René Fauchois, das auf dem Schlussteil von Homers „Odyssee“ beruht. Die Uraufführung fand am 4. März 1913 am Opéra de Monte-Carlo statt; die von Fauré selbst als bedeutender empfundene Pariser Erstaufführung folgte am 10. Mai 1913 am neu eröffneten Théâtre des Champs-Élysées.
Handlung
Pénélope wehrt seit Jahren die um sie werbenden Freier ab, indem sie vorgibt, erst ein Leichentuch fertigweben zu müssen, das sie heimlich jede Nacht wieder auftrennt. Als Bettler verkleidet kehrt ihr totgeglaubter Gatte Ulysse zurück und wird von der alten Amme Euryclée erkannt; bei einem von den Freiern ausgerichteten Wettkampf um Ulysses’ Bogen gelingt nur dem Bettler das Spannen der Waffe, worauf er die Freier tötet und sich Pénélope zu erkennen gibt.
Kulturelle Bedeutung
Pénélope war Faurés einzige abendfüllende Oper und entstand über fast fünf Jahre neben seiner Tätigkeit als Direktor des Pariser Conservatoire; er widmete sie Camille Saint-Saëns. Mit durchkomponierter Musik ohne abgeschlossene Nummern und wiederkehrenden Leitmotiven galt sie als Faurés persönliche Antwort auf Wagner, geriet jedoch schon wenige Wochen nach der Pariser Premiere durch den Skandal um Strawinskys „Sacre du printemps“ im selben Theater in den Hintergrund.
