Über das Werk
Tragödie des Euripides, uraufgeführt 408 v. Chr. bei den Dionysien in Athen. Das Stück war in der Antike außergewöhnlich populär und war nach dem Befund erhaltener Papyri die meistgelesene Tragödie des Euripides überhaupt.
Handlung
Sechs Tage nach dem Mord an seiner Mutter Klytaimnestra wird Orest, von Wahnvorstellungen und den Rachegöttinnen verfolgt, gemeinsam mit seiner Schwester Elektra von der Argiver-Versammlung zum Tode verurteilt. Mit seinem Freund Pylades plant er in letzter Verzweiflung, Helena zu töten und deren Tochter Hermione als Geisel zu nehmen; erst der Gott Apollon greift am Ende ein und löst die Situation gewaltsam auf.
Kulturelle Bedeutung
Mit seinem chaotischen Handlungsverlauf und der fast grotesken Rettung durch Apollon gilt „Orestes“ als eines der formal gewagtesten Spätwerke des Euripides und spiegelt die politische Zerrüttung Athens gegen Ende des Peloponnesischen Kriegs.
