Über das Werk
Oper in zwei Teilen von Wolfgang Rihm nach einem von ihm selbst zusammengestellten Textbuch aus Sophokles' „König Ödipus“ in Friedrich Hölderlins Übersetzung, ergänzt um Passagen von Friedrich Nietzsche und Heiner Müllers „Ödipuskommentar“. Rihm komponierte das Werk 1986/87; die Uraufführung fand am 4. Oktober 1987 an der Deutschen Oper Berlin in der Regie von Götz Friedrich statt.
Handlung
Die Oper verdichtet den Mythos um den thebanischen König, der unwissentlich seinen Vater tötete und seine Mutter heiratete, auf seine Kernstationen: Erkenntnis, Schuld und Selbstblendung. Rihm collagiert Hölderlins archaische Sprache mit den philosophisch-politischen Kommentaren Nietzsches und Müllers zu einer vielschichtigen Reflexion über Macht und Wissen.
Kulturelle Bedeutung
Die Partitur ist über weite Strecken allein für Bläser besetzt; erst wenn sich Ödipus die Augen aussticht, treten zwei Solovioline hinzu – ein von der Kritik viel beachteter Klangeffekt. Die Uraufführungsproduktion wurde auf Video dokumentiert und zählt zu den zentralen Werken des deutschen Musiktheaters der 1980er Jahre.