Über das Werk
Oper in vier Akten von George Enescu nach einem französischen Libretto von Edmond Fleg, die den gesamten Lebensweg des Ödipus von der Geburt bis zum Tod erzählt. Enescu arbeitete von 1910 bis zur Fertigstellung der Orchestrierung 1931 daran; die Uraufführung fand am 13. März 1936 an der Pariser Oper (Palais Garnier) statt.
Handlung
Der erste Akt zeigt Ödipus' Geburt und den Orakelspruch, er werde seinen Vater töten und seine Mutter heiraten, der zweite seine Jugend in Korinth, die Tötung des Laios und den Sieg über die Sphinx. Der dritte Akt folgt Sophokles' „König Ödipus“ bis zur Selbsttötung der Jokaste und Ödipus' Selbstblendung, der vierte seinem Tod in Kolonos nach Sophokles' Spätwerk.
Kulturelle Bedeutung
Enescu verbindet rumänische Volksmusik-Elemente, Vierteltonpassagen und spätromantisch-impressionistische Klangfarben zu einem Werk, das heute als sein Hauptwerk gilt. Nach der Uraufführung geriet die Oper jedoch jahrzehntelang in Vergessenheit und wird erst seit der rumänischen Erstaufführung 1958 und internationalen Neuproduktionen wie 2019 in Salzburg regelmäßiger gespielt.