Über das Werk
Napoli (dänisch vollständig „Napoli, eller Fiskeren og hans Brud“, Napoli oder Der Fischer und seine Braut) ist ein Ballett in drei Akten von August Bournonville, das dieser 1842 nach einer Italienreise für das Königliche Dänische Ballett schuf. Die Musik stammt von mehreren Komponisten: Edvard Helsted schrieb den ersten, Niels W. Gade Teile des zweiten und Holger Simon Paulli den dritten Akt mit der berühmten Tarantella; den abschließenden Galopp steuerte Hans Christian Lumbye bei. Die Uraufführung fand am 29. März 1842 am Königlichen Theater Kopenhagen statt.
Handlung
Der neapolitanische Fischer Gennaro und seine Verlobte Teresina finden in ihrer Umgebung zunächst wenig Unterstützung für ihre Liebe. Bei einem Sturm auf See geht Teresina über Bord und gilt als verschollen, gerät jedoch lebend in eine Unterwassergrotte, in der sie der Meergeist Golfo in eine Nixe verwandelt. Ein Madonnenbildnis, das ihre menschliche Erinnerung zurückbringt, hilft Gennaro, sie zu finden und aus Golfos Reich zu befreien. Der dritte Akt zeigt das ausgelassene Hochzeitsfest der beiden mit den bis heute berühmten Tänzen Pas de six und Tarantella.
Kulturelle Bedeutung
Neben „La Sylphide“ (1836) gilt „Napoli“ als Bournonvilles bedeutendstes Ballett; die Originalchoreografie des dritten Akts wird bis heute nahezu unverändert vom Königlichen Dänischen Ballett getanzt, und einzelne Nummern wie das „Flower Festival in Genzano“-Pas de deux sind als eigenständige Galastücke international im Repertoire vieler Compagnien.