Über das Werk
Versdrama von T. S. Eliot, das der anglikanische Bischof George Bell für das Canterbury Festival anregte. Am 15. Juni 1935 wurde es im Kapitelhaus der Kathedrale von Canterbury uraufgeführt, inszeniert von E. Martin Browne mit Robert Speaight in der Titelrolle; die Produktion wechselte danach ins Mercury Theatre in London.
Handlung
Das Stück zeigt die letzten Tage des Erzbischofs Thomas Becket im Dezember 1170, der nach siebenjährigem Exil nach Canterbury zurückkehrt. Vier Versucher stellen ihn vor Prüfungen, die an die Versuchungen Christi erinnern; die größte Versuchung besteht darin, aus falschem Antrieb das Richtige zu tun. Am Ende wird Becket von vier Rittern König Heinrichs II. in der Kathedrale erschlagen.
Kulturelle Bedeutung
Eliot verstand das Stück auch als Aufruf an die Kirchen, sich gegen den Missbrauch durch Faschismus und Nationalsozialismus zu stellen, und stützte sich für die historischen Details auf den Augenzeugenbericht des mittelalterlichen Schreibers Edward Grim. Als liturgisch geprägtes Weihespiel zählt es zu den meistgespielten Versdramen des 20. Jahrhunderts.