Über das Werk
„Miles gloriosus“ („Der prahlerische Soldat“) ist eine Komödie des römischen Dichters Plautus nach einer heute verlorenen griechischen Vorlage mit dem Titel „Alazon“. Die Datierung auf etwa 206 v. Chr. stützt sich auf eine Anspielung im Text (Verse 211 f.) auf die kurzzeitige Inhaftierung des Dichters Gnaeus Naevius. Mit 1437 Versen ist es das längste erhaltene Stück des Plautus.
Handlung
Der eingebildete Soldat Pyrgopolynices hält die aus Athen entführte Philocomasium bei sich fest. Ihr Geliebter Pleusicles trifft mithilfe des findigen Sklaven Palaestrio in Ephesus ein; durch eine vorgetäuschte Zwillingsschwester und eine als Nachbarsfrau verkleidete Kupplerin wird der Soldat getäuscht und lässt Philocomasium samt Geschenken ziehen. Am Ende wird Pyrgopolynices in ein fremdes Haus gelockt, verprügelt und ausgeraubt.
Kulturelle Bedeutung
Die Figur des prahlerischen Soldaten begründete einen bis heute wirksamen Bühnentypus, der über die commedia dell'arte (Il Capitano) und Shakespeares Ancient Pistol bis zu Stephen Sondheims Musical „A Funny Thing Happened on the Way to the Forum“ nachwirkt.