Über das Werk
„Milch & Schuld“ ist ein Schauspiel der 1990 geborenen Dramatikerin Sina Ahlers über Leihmutterschaft und die Vorstellungen, die sich an Mutterschaft knüpfen. Ahlers schrieb es als Auftragswerk für das Schauspiel des Staatstheaters Kassel; den Bühnenvertrieb hat Felix Bloch Erben, besetzt wird es mit mindestens zwei Darstellerinnen. Die Uraufführung in der Regie von Sarah Franke fand am 6. Dezember 2024 im TiF – Theater im Fridericianum in Kassel statt.
Handlung
Eine einbeinige Taube in einer Bahnhofshalle verfolgt zwei Frauen, die getrennt voneinander warten und doch miteinander verbunden sind. Die junge Zartie, die kaum andere Verdienstmöglichkeiten hat, trägt gegen Bezahlung ein Kind für das ungewollt kinderlose Paar um Holly aus. Als die Pränataldiagnostik beim Fötus eine Auffälligkeit zeigt, will die Auftraggeberseite aussteigen, und die Bedingungen des Vertrags erweisen sich als unklar. Die Taube bohrt mit Fragen nach, während sich die Monologe der beiden Frauen allmählich zu einem Gespräch öffnen, in dem sie einander näherkommen.
Kulturelle Bedeutung
Mit der Leihmutterschaft greift das Stück ein Thema auf, über das öffentlich wenig gesprochen wird, und fragt, ob sich Schwangerschaft, Sorgearbeit und Mutterliebe in Geld aufwiegen lassen. Die Kritik hob hervor, dass es Mutterschaft ohne Verklärung zeigt. Nach der Kasseler Uraufführung wurde es bereits nachgespielt; die taz lobte 2026 einen Text, der zwischen Nüchternheit und Zorn wechselt und Fragen offenhält, statt Antworten vorzugeben.
