Über das Werk
Ambroise Thomas' Opéra comique in drei Akten nach Goethes Roman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ entstand nach einem Libretto von Jules Barbier und Michel Carré. Die Uraufführung fand am 17. November 1866 an der Pariser Opéra-Comique statt und wurde zu einem der größten Erfolge des Hauses im 19. Jahrhundert.
Handlung
Der junge Wilhelm Meister befreit die von einer Zigeunertruppe misshandelte Mignon und nimmt sie mit sich, während er sich zugleich zur Schauspielerin Philine hingezogen fühlt. Als ein Brand Mignon fast das Leben kostet, wird sie vom alten Harfner Lothario gerettet, der sich als ihr totgeglaubter Vater entpuppt und in ihr die verschollene Tochter des Marchese di Cipriani erkennt.
Kulturelle Bedeutung
Mignon erreichte noch zu Lebzeiten Thomas' die 1000. Aufführung an der Opéra-Comique und zählte bald zu den international meistgespielten französischen Opern. Für das deutschsprachige Publikum, das der Handlung nach Goethes Vorlage ein tragisches Ende erwartete, komponierte Thomas eigens einen alternativen Schluss, in dem Mignon stirbt, statt wie in Paris glücklich zu enden.
