Über das Werk
„Mein Freund Hitler“ ist ein dreiaktiges Drama von Yukio Mishima, am 5. Dezember 1968 bei Shinchōsha veröffentlicht und am 18. Januar 1969 in der Kinokuniya Hall in Tokio uraufgeführt. Mishima schrieb es parallel zu seinem Roman „Leben zu verkaufen“, angeregt durch Alan Bullocks Hitler-Biografie und sein Interesse am Röhm-Putsch von 1934.
Handlung
In den Tagen vor der „Nacht der langen Messer“ diskutieren Adolf Hitler, sein Weggefährte Ernst Röhm, der Industrielle Gustav Krupp und der Parteirivale Gregor Strasser über Freundschaft, Macht und Schönheit. Am Ende lässt Hitler sowohl Röhm als auch Strasser töten und besiegelt damit seinen endgültigen Bruch mit der SA.
Kulturelle Bedeutung
Mishima bestand darauf, dass es ihm um das Verhältnis von Freundschaft und Verrat gehe, nicht um Politik – seine Bemerkung, Hitler sei ein „politisches Genie“ gewesen, sorgte dennoch für anhaltende Kontroversen. International wird das Stück seltener gespielt als „Madame de Sade“; 2000 entstand eine deutsche Hörspielfassung des Bayerischen Rundfunks unter der Regie von Michael Farin.