Über das Werk
Maria Magdalena ist ein bürgerliches Trauerspiel in drei Akten von Friedrich Hebbel, verfasst 1843 und 1844 bei Hoffmann und Campe veröffentlicht. Die Bühnen-Uraufführung fand erst am 13. März 1846 am Stadttheater Königsberg statt. Hebbel wollte das Stück ursprünglich nach seiner Hauptfigur „Klara“ nennen; der Verlag entschied sich für den biblisch aufgeladenen Titel.
Handlung
Die Tischlerstochter Klara soll ihre Familie vor Schande bewahren: Ihr Bruder Karl gerät unter Diebstahlsverdacht, ihre Mutter stirbt, und ihr Verlobter Leonhard verlässt die schwangere Klara, als ihm eine vorteilhaftere Partie winkt. Ohne Ausweg ertränkt sich Klara am Ende im Brunnen.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück gilt als letztes bedeutendes bürgerliches Trauerspiel der deutschen Literatur und zugleich als Wegbereiter des sozialen Dramas: Hebbel zeigt, wie eine an starren Moralvorstellungen und der Angst vor Nachbarn-Gerede festhaltende Gesellschaft eine Einzelne in den Tod treibt.
