Über das Werk
„Märchen im Grand-Hotel“ ist eine Jazz-Operette in zwei Akten mit Vor- und Nachspiel von Paul Abraham nach einem Libretto von Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda, das sich lose an Alfred Savoirs Komödie „Die Großherzogin und der Kellner“ (1924) anlehnt. Die Uraufführung fand am 29. März 1934 im Theater an der Wien statt, inszeniert von Otto Preminger.
Handlung
Die resolute Filmproduzentin Marylou sucht in einem Grand-Hotel an der Côte d’Azur nach ungewöhnlichem Material für ihren nächsten Film und will kurzerhand die dort logierenden, exilierten Adligen als Darsteller gewinnen. Im Zentrum der Verwechslungen steht Albert, der Erbe des Hotels, der sich als Kellner ausgibt und sich in eine spanische Infantin verliebt, während deren eitler Verlobter ebenfalls um Aufmerksamkeit buhlt. Am Ende finden alle Paare zusammen: Aus der Infantin wird ein Filmstar, aus dem Kellner ein Adliger.
Kulturelle Bedeutung
Die Operette blieb nach der Uraufführung nur rund zwei Monate im Repertoire des Theaters an der Wien und wurde, anders als Abrahams frühere Erfolge, in den 1930er-Jahren nicht in Deutschland gespielt; die deutsche Erstaufführung folgte erst 2018. Musikalisch verbindet das Werk Jazz, Tango, Foxtrott und Walzer und gilt als typisches Beispiel der von jüdischen Autoren geprägten Operette der Weimarer Zeit, die von den Nationalsozialisten aus dem Repertoire verdrängt wurde und seit den 2010er-Jahren, etwa an der Komischen Oper Berlin, wiederentdeckt wird.