Über das Werk
„Mädchenschrift“ ist ein Monolog für eine Darstellerin von Özlem Özgül Dündar, entstanden als Auftragswerk des Schauspielhauses Bochum für ein junges Publikum. Selen Kara inszenierte die Uraufführung am 28. August 2022 im Theaterrevier des Bochumer Schauspielhauses; in die Aufführung flossen Passagen aus Gesprächen mit der Drama Control ein, einer Gruppe junger Menschen, die am Haus mitgestaltet. Die Rechte liegen beim Rowohlt Theater Verlag.
Handlung
Eine junge Frau erzählt in einem ungebremsten Gedankenstrom, fast ohne Großbuchstaben und Satzzeichen, wie sich ihr Körper in der Pubertät verändert und mit ihm der Blick der anderen auf sie: in der Familie, bei Fremden und vor allem bei Männern. Zwischen dem, was sie selbst empfindet, und dem, was andere in ihr sehen, tut sich eine Kluft auf; Musterungen, Bewertungen und sexuelle Belästigung engen sie immer weiter ein. Am Ende wird ihr Bericht zur Anklage und zur Forderung, die Übergriffe zu beenden.
Kulturelle Bedeutung
Der Text verbindet Beschreibung, Selbsterkundung und Manifest und gehört zum emanzipatorischen Jugendtheater; ein Verweis auf Goethes „Faust“ rückt die geschilderten Übergriffe in eine lange Tradition. Dündar erhielt dafür 2023 den deutsch-niederländischen Preis Kaas & Kappes, 2024 war das Stück für den Deutschen Jugendtheaterpreis nominiert.