Über das Werk
Historiendrama in fünf Akten und einem Epilog von Alfred de Musset, 1834 verfasst und als Lesedrama innerhalb der Sammlung "Un spectacle dans un fauteuil" veröffentlicht. Da Musset nicht für die reale Bühne schrieb, wurde das Werk erst 62 Jahre später, am 3. Dezember 1896, im Théâtre de la Renaissance in Paris uraufgeführt – in einer von Armand d'Artois eingerichteten Bühnenfassung mit Sarah Bernhardt in der Titelrolle und Kostümen von Alphonse Mucha.
Handlung
Im Florenz der Medici plant der lebenslustige, äußerlich verkommene Lorenzo de' Medici, genannt Lorenzaccio, seit Langem den Tyrannenmord an seinem Cousin, Herzog Alessandro. Um dessen Vertrauen zu gewinnen, hat er sich selbst zum Mitwisser und Zuträger von dessen Ausschweifungen gemacht und dabei den eigenen guten Ruf geopfert. Als Lorenzaccio den Herzog schließlich ermordet, bleibt der erhoffte politische Umsturz aus – Florenz fällt nur einem neuen Tyrannen zu.
Kulturelle Bedeutung
"Lorenzaccio" gilt als eines der bedeutendsten Dramen der französischen Romantik und als Mussets Antwort auf die Hamlet-Thematik von Tatendrang und Zögern. Die späte Uraufführung mit Sarah Bernhardt in der Hosenrolle des Lorenzo machte das Stück endgültig bühnentauglich und prägt bis heute seine Rezeptionsgeschichte.
