Über das Werk
Schauspiel in einem Vorspiel und sieben Bildern von Ferenc Molnár, uraufgeführt am 7. Dezember 1909 im Budapester Vígszínház. Molnár nannte das Stück selbst eine „Vorstadtlegende“ und siedelte es im Milieu eines Rummelplatz-Ausrufers an; die deutschsprachige Bearbeitung von Alfred Polgar, die 1912 in Wien Premiere hatte, prägte diesen Untertitel bis heute.
Handlung
Der draufgängerische Karussellausrufer Liliom verliebt sich in das Dienstmädchen Julie und verliert durch die Heirat seine Stellung beim Rummelplatz. Aus Geldnot lässt er sich zu einem Raubüberfall überreden, der scheitert; um der Verhaftung zu entgehen, ersticht er sich. Im Jenseits erhält er die Erlaubnis, für einen Tag auf die Erde zurückzukehren, um seiner inzwischen erwachsenen Tochter eine gute Tat zu erweisen – und scheitert erneut an seiner Gewalttätigkeit.
Kulturelle Bedeutung
Die Uraufführung 1909 fiel durch; erst eine Wiederaufnahme 1919 am selben Haus machte Liliom zu einem der meistgespielten Stücke des 20. Jahrhunderts. 1945 verlegten Richard Rodgers und Oscar Hammerstein den Stoff nach Neuengland und schufen daraus das Musical „Carousel“, das bis heute zum festen Repertoire des Musiktheaters zählt.